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Blaue Stunde: SPACESHIP EARTH

Regisseur: Kevin McMahon

Die Idee, dass die Erde ein isoliertes Raumschiff ist, geht auf das 19. Jahrhundert zurück. “Bewiesen” wurde sie aber erst am Heiligabend 1968, als die US-Apollo-Mission die dunkle Seite des Mondes umrundete und Raumfahrer an Bord die berühmten "Earthrise"-Fotos machten. Der Astronaut Jim Lovell sagte bei der Übertragung der Bilder auf die Erde: "Die große Einsamkeit ist beeindruckend und lässt einen erkennen, was man auf der Erde hat.”

Schon damals, lange bevor die meisten Wissenschaftler die globale Erwärmung erkannten, herrschte ein vages Gefühl, dass Umweltkatastrophen und die ständige nukleare Gefahr der Nachkriegszeit alles Leben bedrohten. Doch irgendwann verblasste die Hippie-Bewegung und der Ausdruck "Raumschiff Erde" kam aus der Mode. Das “Earthrise”-Foto ist nach wie vor allgegenwärtig, obwohl es heute eher als Sinnbild der wirtschaftlichen Globalisierung verwendet wird.

Von einem allgemeinen Verständnis der Erde als geschlossenes Raumschiff sind wir heute weit entfernt. Es bedurfte einer mühsamen, jahrzehntelangen Debatte, selbst um einem kleinen Teil der Bevölkerung die Mechanismen der globalen Erderwärmung verständlich zu machen. Tatsächlich gibt es wissenschaftliche Zweige, die sich immer noch weigern, dies zu akzeptieren. Für die meisten Wissenschaftler und Analysten ist dies jedoch offensichtlich.

Auch wenn das Earthrise-Foto aus dem öffentlichen Interesse verschwunden ist, so hat es doch weiterhin tief in der wissenschaftlichen Gemeinschaft nachklingen können und zum wichtigsten Paradigmenwechsel seit Kopernikus geführt. Zum ersten Mal erkannten die Wissenschaftler, dass das Verständnis des Lebens erfordert, die Natur nicht mehr bis in die kleinsten Teile zu zerlegen, sondern ihre Zusammenhänge zu betrachten. Damit begann das "Systemdenken", das die hoch entwickelte Wissenschaft des 21. Jahrhunderts bestimmt. Jetzt, wo die Wissenschaft ein halbes Jahrhundert lang das neue Paradigma erforschen konnte, hat sie Schlussfolgerungen gezogen.

SPACESHIP EARTH ist ein poetisches Essay über die geänderte Sichtweise auf unseren Planeten seit Beginn der bemannten Raumfahrt. Für die Deutsch/Kanadisch/Japanische Koproduktion unter der Leitung von ARTE/ZDF wurde weltweit – auch in Frankfurt -- gedreht. Regie führte Kevin McMahon, Kanadas herausragender Umwelt-Dokumentarfilmemacher. Gesprochen wird der Film von der kanadischen Schauspielerin Sarah Polley.

Im Anschluss an den Film wird Marita Hübinger, ZDF/arte, Redaktion Wissen, ein Gespräch mit dem Autor und Regisseur Kevin McMahon in englischer Sprache führen.


 

Screening  |  Filmvorführung

Blaue Stunde: SPACESHIP EARTH

23. März 2018, 17 Uhr

 

Instituto Cervantes, Staufenstraße 1, 60323 Frankfurt am Main


Das Projekt wird unterstützt von

PEI

Polytechnische Gesellschaft


© Primitive Entertainment

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