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Stadt und Licht

Podiumsdiskussion mit Prof. Mischa Kuball, Prof. Dr. Harald Welzer und Thomas Kusitzky

Der unaufhaltsame Siegeszug künstlicher Beleuchtung geht auf 
das Jahr 1879 zurück – in diesem Jahr meldete Thomas Alva Edison die Glühlampe zum Patent an und legte damit den Grundstein für die Entwicklung moderner Beleuchtungsmittel. 2018 blicken wir
auf knapp 140 Jahre kontinuierlicher lichttechnischer Innovationen zurück: vom Glühfaden über das Neon bis zur neuesten Generation von LED-Leuchten und OLED-Displays. Nicht nur die Technik hat rasant entwickelt, sondern auch die Ausbreitung von Kunstlicht enorm beschleunigt. Straßen, Fassaden, Vorgärten, Treppenstufen, Notausgänge, Reklametafeln: Alles ist erleuchtet! 

Was dem Menschen die biologische Unabhängigkeit vom Tageslicht brachte, wirft heute angesichts einer Welt, die immer heller wird, Fragen auf.  Einerseits warnen Forscher vor den Auswirkungen der Lichtverschmutzung auf Insekten, Ökosysteme und die menschliche Gesundheit und fordern den Schutz der Nacht. Andererseits ermöglichen neue, effiziente Licht-Technologien und die Digitalisierung des Lichts völlig neue Konzepte zur Gestaltung des urbanen Raums. Der Thementag STADT UND LICHT widmet sich diesem Spannungsfeld und diskutiert einen neuen Umgang mit Licht.

Mit einem Grußwort von Oliver Schwebel, Wirtschaftsförderung Frankfurt, Kompetenzzentrum Kreativwirtschaft. 

Diskussion in deutscher Sprache.

 

 

SPEAKER

Konzeptkünstler Mischa Kuball arbeitet seit 1977 im öffentlichen und institutionellen Raum. Seit 2007 ist er Professor für public art an der KHM Köln und wurde 2016 mit dem Deutschen Lichtkunstpreis ausgezeichnet.

»public preposition – bezeichnet eine Gruppe von Werken, Interventionen, Projekten und Performances, die über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten entstanden sind. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie sich an eine Öffentlichkeit wenden und damit implizit hinterfragen, was an welchem Ort unter welchen Bedingungen unter Öffentlichkeit zu verstehen ist und wie sich diese konstituiert.«

Prof. Dr. Harald Welzer ist Soziologe und Sozialpsychologe, Mitbegr. und Direktor von „Futur Zwei. Stiftung Zukunftsfähigkeit“, Prof. für Transformationsdesign an der Uni Flensburg, Gastprof. für Sozialpsychologie in St. Gallen.

»In Wachstumswirtschaften wächst alles, was leider dazu führt, dass technologisch erreichte Einsparungen an Energie durch Mehrkonsum überkompensiert werden. So führt etwa die Einführung verbesserter Lichttechnologie nicht zu einer absoluten Einsparung, sondern dazu, dass es immer heller wird. Und - wie anhand von Fahrraddauerbeleuchtung und Auto-Tagfahrlichtern - zu einer radikalen Verhässlichung der Welt.«

Thomas Kusitzky ist Forscher und Berater im Bereich Auditive Stadtplanung. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die gesellschaftlich-kulturellen Rahmenbedingungen klanglichen Planens und Gestaltens.

»Wir nehmen unsere städtische Umwelt grundsätzlich mit allen Sinnen zugleich wahr und das was wir sehen, hören, riechen und ertasten bedingt sich gegenseitig. Ich widme mich dem Hören und der Frage in welchem Verhältnis dieses zu Licht steht. Welchen Einfluss hat z. B. künstliche Beleuchtung auf unser nächtliches, auditives Erleben und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Planung?«

Moderation

Der Themenabend Stadt und Licht wird von der freien Journalistin Katrin Seibold moderiert. Sie ist unter anderem als Moderatorin und Redakteurin für 3Sat Kulturzeit tätig. 

 


 

Podiumsdiskussion

Stadt und Licht

22. März 2018, 20:00 – 22:00 Uhr

 

Instituto Cervantes, Staufenstraße 1, 60323 Frankfurt am Main


Das Projekt wird unterstützt von

Polytechnische Gesellschaft

Wirtschaftsförderung Frankfurt



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