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Stadt und Sicherheit

Podiumsdiskussion mit Dr. Nils Zurawski, Dr. Markus Müller und Maximilian Otto

Die Herstellung und Aufrechterhaltung von Sicherheit im öffentlichen Raum ist ein besonders komplexes Thema. Urbane Sicherheit umfasst eine Vielzahl von Aufgaben, die von unterschiedlichen Akteuren übernommen werden – von der Polizei über die Kommunalverwaltung, vom Stadtplanungs- bis zum Jugendamt, von der Sicherheitstechnik bis zur Kriminalpsychologie. Nicht zuletzt erzeugen Bürger*innen »Sicherheit« durch die bloße Anwesenheit in den Straßen und Plätzen der Stadt. Die Begriffe und Vorstellungen von Sicherheit sind so verschieden, wie die Mittel mit denen sie hergestellt werden soll: zwischen technischer Überwachung, Rechtsprechung oder städtebaulichen Ansätzen zur Förderung der sozialen (Selbst-)Kontrolle. Wir fragen: Wem gehört der urbane Raum und was macht eine Stadt sicher? Welche Bedeutung kommt der Kultur einer Stadt zu, ihren spezifischen Traditionen und ihrem kollektiven Gedächtnis? Was spricht für, was gegen den Einsatz bestimmter Sicherheitstechniken? Und welchen Beitrag kann die Beleuchtung hierfür leisten?

Diskussion in deutscher Sprache.

SPEAKER

 

Nils Zurawski, Dr. habil. Soziologe und Sozialanthropologe, lehrt und forscht am Institut für kriminologische Sozialforschung, Uni Hamburg – Arbeitsfelder: Überwachung, Sicherheit, Stadtforschung, Gewalt, Konflikt, Frieden.

»Sicherheit ist ein Argument unter vielen anderen, das jedoch den Ton von Urbanität vorgibt. Aber was ist eigentlich Sicherheit in der Stadt? Welche Rolle spielt die Kultur einer Stadt, ihr kollektives Gedächtnis, die Architektur? Stadt bedeutet auch Kontrolle, Sichtbarmachung und gleichzeitig Anonymität, Entzug der Kontrolle. Widersprüche, die den urbanen Raum so anziehend und gleichzeitig so unheimlich machen.«

Dr.-Ing. Markus Müller, Geschäftsfeldsprecher „Zivile Sicherheit“ des Fraunhofer IOBS. Informatikstudium, Schwerpunkt „Künstliche Intelligenz“, Promotion zur autom. Detektion von „Auffälligkeiten“ in Bildern.

»Niemand möchte z.B. durch Kameras überwacht werden, denn jeder hat etwas zu verbergen – insbesondere seine Privatsphäre. Intelligente Videoauswerteverfahren bieten, im Gegensatz zu herkömmlicher Überwachungstechnik, wesentlich mehr Möglichkeiten zur Kriminalprävention, sowie für die forensische Kriminaltechnik. Gleichzeitig gewähren sie einen größeren Schutz der Persönlichkeitsrechte des Einzelnen.«

Maximilian Otto ist Polizist mit abgeschlossenem Architekturstudium. In der Zentralstelle für Prävention des Hessischen Landeskriminalamts ist er für städtebauliche Kriminalprävention zuständig.

»Das bauliche und infrastrukturelle Lebensumfeld kann erheblichen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsempfinden und die tatsächliche Kriminalitätslage haben. Fühlt sich ein Mensch sicher, hat dies einen positiven Einfluss auf die empfundene Lebensqualität. Ziel der Polizei ist es, durch kriminalpräventive Empfehlungen zu konkreten städtebaulichen Projekten konstruktiv zur Stadtentwicklung beizutragen.«

MODERATION

Der Themenabend Stadt und Sicherheit wird von Günter Murr moderiert. Er berichtet seit Juli 2000 für die Frankfurter Neue Presse über Frankfurter Kommunalpolitik mit den Schwerpunkten Planen und Bauen sowie Verkehrspolitik. 

 

 


 

Podiumsdiskussion

Stadt und Sicherheit

21. März 2018, 20:00 – 22:00 Uhr

 

Instituto Cervantes, Staufenstraße 1, 60323 Frankfurt am Main


Das Projekt wird unterstützt von

Polytechnische Gesellschaft



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